AWAPRO Klett-Schleifscheiben in verschiedenen Koernungen auf einer Werkbank – Ratgeber Schleifpapier-Koernung
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Schleifpapier-Körnung: Die komplette Tabelle für Holz, Metall & Lack

Kurz & knapp: Die Körnung sagt, wie grob oder fein ein Schleifpapier ist – je höher die Zahl, desto feiner. Für Holz arbeitest du dich meist von P80 über P120 bis P180–P240 vor, bei Metall startest du gröber (P40–P60), und für den Lackschliff gehst du fein bis sehr fein (P320 bis P2000). Die wichtigste Regel: Überspringe nie mehr als eine Körnungsstufe.

Die richtige Schleifpapier-Körnung entscheidet darüber, ob eine Oberfläche am Ende seidenglatt oder voller Kratzer ist. Wer zu grob anfängt, beschädigt das Werkstück; wer zu fein startet, kommt nie voran. In diesem Ratgeber findest du die komplette Körnung-Tabelle für Holz, Metall und Lack – plus die praxiserprobte Reihenfolge, mit der Profis arbeiten.

Was bedeutet die Körnung beim Schleifpapier?

Die Körnung – gekennzeichnet mit dem Buchstaben P nach der europäischen FEPA-Norm (z. B. P120) – gibt an, wie viele Schleifkörner auf einer Flächeneinheit sitzen. Eine niedrige Zahl bedeutet wenige, große Körner und damit hohen Materialabtrag. Eine hohe Zahl steht für viele, sehr feine Körner und ein glattes Finish. P40 ist also sehr grob, P2000 extrem fein. Das P steht für die in Europa übliche FEPA-Skala – fast alle Markenhersteller wie 3M und Mirka kennzeichnen ihre Schleifmittel so.

Schleifpapier-Körnung Tabelle (Holz, Metall & Lack)

Diese Tabelle zeigt auf einen Blick, welche Körnung für welchen Einsatz gedacht ist. Die Skala in der Mitte zeigt die Abstufung von grob nach fein:

Körnung Kategorie Grob → Fein Typische Anwendung
P16–P36 Sehr grob Extremer Abtrag: dicke alte Farbschichten, Estrich, sehr raues Rohholz egalisieren
P40–P60 Grob Materialabtrag, Entrosten, Schweißnähte verschleifen, Kanten brechen
P80–P100 Mittelgrob Vorschliff Holz, alten Lack entfernen, Sägespuren glätten
P120–P150 Mittel Standard-Vorschliff Holz, Übergang zum Feinschliff
P180–P220 Fein Feinschliff vor Beize, Öl oder Lack; Zwischenschliff
P240–P320 Sehr fein Lack-Zwischenschliff, Endschliff bei Hartholz
P400–P600 Extra fein Lackschliff, Nassschliff der Grundierung
P800–P1200 Superfein Nassschliff Klarlack, Mattieren, Spot-Repair
P1500–P2500 Ultrafein Auto-Lack, Läufer/Nasen entfernen, vor dem Polieren
P3000+ Finish Hochglanz-Vorbereitung, direkte Politur-Vorstufe

Welche Körnung für Holz?

Beim Holzschliff arbeitest du dich in Stufen vor – immer in Faserrichtung, nie quer zur Maserung. Ein bewährter Ablauf für Massivholz:

  • P80: Grober Vorschliff, raue Stellen und Hobelspuren entfernen
  • P120: Fläche egalisieren und glätten
  • P180: Feinschliff vor dem Ölen oder Beizen
  • P220–P240: Endschliff, wenn lackiert wird oder Hartholz besonders glatt sein soll

Für geöltes oder gewachstes Holz reicht meist P180 – wird die Oberfläche zu fein geschliffen, nimmt das Holz Öl und Beize schlechter auf. Vor einem klaren Lack darf es ruhig P220–P240 sein. Mehr dazu im Ratgeber Welches Schleifpapier für Holz?

Welche Körnung für Metall?

Metall verlangt mehr Abtrag und damit gröbere Körnungen am Anfang:

  • P40–P60: Entrosten, Schweißnähte verschleifen, Grobabtrag (oft mit Fiberscheibe oder Fächerscheibe)
  • P80–P120: Fläche glätten, Schleifriefen reduzieren
  • P180–P320: Vorbereitung für Politur oder Beschichtung
  • ab P400 + Schleifvlies: Mattieren und Finish, besonders bei Edelstahl

Wichtig bei Edelstahl (Inox): Arbeite eisenfrei – also mit Schleifmitteln, die nicht zuvor an normalem Stahl benutzt wurden. Sonst setzt sich Eisenstaub fest und es entsteht Flugrost. Mehr dazu im Ratgeber Welche Trennscheibe für Edelstahl & Inox?

Welche Körnung für Lack?

Beim Lackschliff unterscheidet man Zwischenschliff und Finish:

  • P320–P400 (trocken): Zwischenschliff zwischen zwei Lackschichten, damit die nächste Schicht haftet
  • P800–P1200 (nass): Klarlack glätten, kleine Einschlüsse entfernen
  • P1500–P2000 (nass): Läufer und sogenannte Nasen im Auto-Lack vorsichtig abtragen
  • P3000 (nass): letzter Schliff direkt vor der Politur

Mehr dazu im Ratgeber Nass schleifen richtig: Anleitung & Körnungen.

Die richtige Reihenfolge: nie eine Stufe überspringen

Die wichtigste Profi-Regel lautet: Springe von einer Körnung zur nächsten höchstens eine Stufe. Wer von P80 direkt auf P240 wechselt, lässt die tiefen Kratzer der groben Körnung stehen – das feine Papier glättet sie nicht mehr weg. Eine saubere Progression: P80 → P120 → P180 → P240. Jede Stufe entfernt die Schleifspuren der vorherigen.

Häufige Fehler beim Schleifen

  • Körnung überspringen: spart kurz Zeit, kostet am Ende mehr – die groben Kratzer bleiben sichtbar.
  • Zu viel Druck: mehr Druck heißt nicht mehr Abtrag, sondern tiefere Riefen und schnell zugesetztes Papier.
  • Quer zur Maserung schleifen: bei Holz hinterlässt das sichtbare Kratzer.
  • Zugesetztes Papier weiterverwenden: stumpfes Schleifmittel poliert nur noch, statt zu schneiden – rechtzeitig wechseln.

Das passende Schleifmittel für jeden Schritt findest du in der Kategorie Schleifpapier sowie bei den Schleifscheiben für Exzenterschleifer und Winkelschleifer.

Häufige Fragen zur Schleifpapier-Körnung

Welche Körnung ist grob, welche fein?

Niedrige Zahlen sind grob, hohe fein: P40–P80 gelten als grob, P120–P180 als mittel, ab P240 als fein. Alles über P600 zählt zum sehr feinen Bereich für Lack und Finish.

Mit welcher Körnung fängt man bei Holz an?

Bei normalem Rohholz startest du meist mit P80, bei sehr rauem Holz mit P60. Danach gehst du in Stufen über P120 auf P180–P240.

Welche Körnung für den Lack-Zwischenschliff?

Für den trockenen Zwischenschliff zwischen zwei Lackschichten eignet sich P320 bis P400. Beim Nassschliff von Klarlack arbeitet man mit P800 bis P2000.

Kann ich eine Körnungsstufe überspringen?

Besser nicht. Wird mehr als eine Stufe übersprungen, bleiben die Kratzer der gröberen Körnung sichtbar. Halte dich an die Reihenfolge, dann wird die Oberfläche gleichmäßig glatt.