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Jul 2026Schleifpapier für Metall & Lack richtig wählen: Korn, Körnung & Profi-Ablauf
Das richtige Schleifpapier für Metall entscheidet, ob eine Fläche sauber, gleichmäßig und ohne Riefen wird – oder ob du dich an verstopftem Korn und blauen Anlauffarben abarbeitest. Wer Stahl, Edelstahl oder eine Lackfläche bearbeitet, braucht die passende Kombination aus Schleifmittel (Kornart) und Körnung. In diesem Ratgeber zeigen wir, welches Korn wofür taugt, in welcher Reihenfolge du die Körnungen abarbeitest und wie du Lack ohne Durchschleifen aufbereitest. Alle Empfehlungen stammen aus der Praxis der Metall- und Lackbearbeitung.
Welches Schleifpapier eignet sich für Metall?
Bei Metall macht nicht das Papier den Unterschied, sondern das Schleifkorn. Drei Kornarten dominieren in der Werkstatt:
- Keramikkorn (z. B. 3M Cubitron): höchster Abtrag, selbstschärfend. Das Korn bricht unter Druck kontrolliert und legt ständig neue scharfe Kanten frei. Erste Wahl für Edelstahl und legierten Stahl, wo Hitze und Zähigkeit normale Schleifmittel schnell stumpf machen.
- Zirkonkorund (Zirkonkorn): robuster Allrounder mit gutem Abtrag und langer Standzeit. Ideal für Baustahl, Schweißnahtbearbeitung und allgemeine Metallarbeiten, wenn es nicht das absolute Maximum sein muss.
- Aluminiumoxid / Korund: günstig und für leichte Aufgaben völlig ausreichend – Entgraten, leichtes Anschleifen, Holz-Metall-Mischarbeiten. Bei zähem Edelstahl oder hohem Abtrag stößt Korund aber schnell an seine Grenzen.
Faustregel: Je härter und zäher das Metall und je mehr Material weg muss, desto eher lohnt sich Keramik- oder Zirkonkorn. Für den schnellen Überblick über alle Stufen hilft unsere Schleifpapier-Körnung: die komplette Tabelle.
Welche Körnung für Metall in welcher Reihenfolge?
Sauberer Schliff entsteht durch Stufen. Jede Körnung entfernt die Riefen der vorherigen – nie mehr als rund zwei Stufen auf einmal überspringen, sonst bleiben tiefe Kratzer sichtbar.
- Entrosten, Schweißnaht, Grobabtrag (P40–P60): grobe Arbeit, oft mit Fiberscheibe oder Fächerscheibe auf dem Winkelschleifer.
- Glätten (P80–P120): die groben Riefen verschwinden, die Fläche wird eben.
- Feinschliff / Vorpolitur (P180–P320): gleichmäßiges, feines Schliffbild als Basis für Lack oder Politur.
- Finish (ab P400) plus Schleifvlies: matt-seidiges Finish, ideal vor dem Lackieren oder für einen dekorativen Edelstahl-Strich.
Für groben Abtrag und Schweißnahtarbeiten greifst du eher zu Schleifscheiben, für die Feinstufen und Lack zu klassischem Schleifpapier.
Edelstahl schleifen: worauf kommt es an?
Edelstahl (Inox) muss eisenfrei bearbeitet werden. Wird er mit Werkzeug bearbeitet, das vorher an normalem Stahl im Einsatz war, lagert sich Fremdeisen in der Oberfläche ab – das führt später zu Flugrost, obwohl der Edelstahl selbst nicht rostet. Praktisch heißt das: separate, ausschließlich für Edelstahl genutzte Schleifmittel und Bürsten verwenden und Kontakt mit Eisenstaub vermeiden. Auch hohe Temperaturen meiden, denn Anlauffarben (blau/gelb) zeigen, dass die Passivschicht geschädigt wurde – mit grobem Korn zügig und mit Gefühl arbeiten, statt mit feinem Korn lange an einer Stelle zu reiben. Wer häufig Inox trennt, sollte sich auch das passende Trennmittel ansehen: Welche Trennscheibe für Edelstahl & Inox?
Wie schleift man Lack richtig?
Beim Lack geht es nicht um Abtrag, sondern um eine gleichmäßige, feine Oberfläche – und darum, nicht bis aufs Metall durchzuschleifen. Man unterscheidet zwei Verfahren:
- Trockener Zwischenschliff (P320–P400): zwischen den Lackschichten, um den Untergrund anzurauen und Staubeinschlüsse zu entfernen.
- Nassschliff (P800–P2000): mit wasserfestem Papier und etwas Wasser. Das Wasser spült den Schleifstaub weg, kühlt und verhindert Verstopfen – so entsteht ein feines, klares Schliffbild als Basis für Politur.
Sehr komfortabel sind Netzscheiben (z. B. Mirka Autonet): Das offene Netz lässt Staub durch und setzt sich kaum zu, was Standzeit und Schliffbild verbessert. Wie du beim Nassschliff Körnungen und Wasser richtig kombinierst, steht in der Nass schleifen: Anleitung & Körnungen.
Tabelle: Aufgabe, Körnung und passendes Schleifmittel
| Aufgabe | Körnung | Schleifmittel-Typ |
|---|---|---|
| Entrosten / Grobabtrag | P40–P60 | Fiber- oder Fächerscheibe, Keramik-/Zirkonkorn |
| Schweißnaht verschleifen | P40–P80 | Fiberscheibe Keramikkorn (Inox eisenfrei) |
| Glätten | P80–P120 | Schleifpapier / Schleifscheibe Zirkon oder Korund |
| Lack-Zwischenschliff (trocken) | P320–P400 | Schleifpapier oder Netzscheibe, Aluminiumoxid |
| Nassschliff Lack | P800–P2000 | Wasserfestes Schleifpapier / Netzscheibe |
| Finish / Strichbild | ab P400 + Vlies | Feines Schleifpapier plus Schleifvlies |
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Häufige Fragen zu Schleifpapier für Metall und Lack
Welche Körnung nimmt man zum Entrosten?
Zum Entrosten und für groben Abtrag eignet sich P40–P60, meist als Fiber- oder Fächerscheibe. Anschließend mit P80–P120 glätten und bei Bedarf weiter verfeinern.
Was ist besser: Keramikkorn oder Korund?
Keramikkorn (z. B. 3M Cubitron) trägt deutlich mehr ab, ist selbstschärfend und ideal für Edelstahl und zähen Stahl. Korund ist günstiger und reicht für leichte Aufgaben. Bei viel Material oder hartem Metall lohnt sich Keramik.
Welches Schleifpapier für Lack?
Für den trockenen Zwischenschliff P320–P400, für den Nassschliff wasserfestes Papier in P800–P2000. Netzscheiben wie Mirka Autonet setzen sich kaum zu und liefern ein gleichmäßiges Schliffbild.
Warum bekommt mein Edelstahl Flugrost?
Meist durch Fremdeisen: Wurde der Edelstahl mit Werkzeug bearbeitet, das vorher an normalem Stahl im Einsatz war, lagern sich Eisenpartikel ein und rosten. Lösung: ausschließlich eisenfreie, nur für Edelstahl genutzte Schleifmittel verwenden.
Kann man Körnungsstufen überspringen?
Kleine Sprünge ja, aber nicht mehr als rund zwei Stufen. Jede Körnung entfernt die Riefen der vorherigen – zu große Sprünge hinterlassen sichtbare Kratzer, die später durch Lack oder Politur durchscheinen.






























